US-Sängerin Ariana Grande hat dem Social-Media-Team von Präsident Donald Trump erneut die Nutzung ihrer Musik untersagt. Anlass ist ein am Donnerstag auf dem TikTok-Account „Team Trump“ veröffentlichtes Video, das den Präsidenten bei einem Auftritt zeigt und mit Grandes 2024 erschienener Single „We Can’t Be Friends (Wait for Your Love)“ unterlegt ist. In der Kommentarspalte reagierte die Musikerin unmissverständlich: „Verwende meine Musik nie wieder.“ Und weiter: „Außerdem ist deine Wahrheit falsch.“ Laut Berichten des Branchenmagazins „Deadline“ bemüht sich ihr Plattenlabel darum, den Song aus dem Clip entfernen zu lassen.
- Das Trump-Team nutzte ungefragt Grandes Song „We Can’t Be Friends“ für ein TikTok-Video.
- Grande forderte öffentlich das Ende der Nutzung ihrer Musik; ihr Label arbeitet an einer Entfernung.
- Es ist bereits der zweite derartige Vorfall binnen zwei Monaten.
Ein Songzitat und eine Botschaft gegen trans Menschen
Zu Beginn des Clips wird die Songzeile „Me and my truth we sit in silence …“ eingeblendet – auf Deutsch etwa: „Ich und meine Wahrheit, wir sitzen schweigend da …“. Anschließend folgt ein Satz, der nicht zum Liedtext gehört: „Männer können keine Babys bekommen und sollten niemals an Sportwettkämpfen teilnehmen.“ Die Bildunterschrift des Beitrags lautete: „Das sollte nicht umstritten sein!“, versehen mit den Hashtags „#trump“, „#arianagrande“ und „#maga“.
Für Grande, dreifache Grammy-Gewinnerin, war es der zweite öffentliche Zusammenstoß mit dem Trump-Lager innerhalb weniger Wochen. Bereits im Juni hatte sie einen ihrer Songs aus einem Video entfernen lassen, das auf dem offiziellen Account des Weißen Hauses erschienen war. Der Clip zeigte Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE bei Festnahmen. „Bitte verwende meine Musik niemals im Zusammenhang mit diesem barbarischen, unmenschlichen, abscheulichen Unsinn“, schrieb sie damals. Während der Ton in jenem Fall entfernt wurde, war er im aktuellen Video zunächst weiterhin zu hören.
Was Künstler gegen ungefragte Musiknutzung tun können
Der Streit berührt eine grundsätzliche Frage des Urheber- und Persönlichkeitsrechts: Wer Musik für politische Zwecke verwendet, benötigt in aller Regel die Zustimmung der Rechteinhaber. Auf Plattformen wie TikTok können Künstlerinnen und Künstler über ihre Labels die Entfernung eines Tonspuren-Ausschnitts beantragen. Öffentliche Kommentare wie jene Grandes wirken dabei zugleich als politisches Signal – sie machen deutlich, dass die Künstlerin die Botschaft des Videos ausdrücklich ablehnt.
Für Musikerinnen wie Grande geht es dabei nicht allein um Lizenzfragen, sondern um die Kontrolle darüber, in welchem politischen Kontext ihr Name und ihre Kunst erscheinen.
Grande steht mit ihrer Kritik nicht allein
Die Sängerin reiht sich in eine lange Liste von Musikschaffenden ein, die sich gegen die Nutzung ihrer Songs durch das Trump-Lager gewehrt oder deren Entfernung erwirkt haben. Genannt werden unter anderem Taylor Swift, Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo, SZA, die Rolling Stones, Neil Young, Katy Perry, Kesha, Radiohead, Noah Kahan, Céline Dion sowie die Bands Linkin Park. Auch die deutsche Band Alphaville, bekannt für 80er-Jahre-Hits wie „Big in Japan“ und „Forever Young“, wandte sich bereits öffentlich gegen die Verwendung ihrer Musik in einem Trump-Video.
Sabrina Carpenter etwa hatte im vergangenen Dezember scharf reagiert, nachdem einer ihrer Songs für ein Video mit Festnahmen von Migranten verwendet worden war. Sie nannte den Clip „bösartig und widerlich“. Noah Kahan wiederum erklärte Ende Juli, nachdem das Weiße Haus seinen Song „American Cars“ auf Instagram genutzt hatte: „Würde niemals zustimmen, dass meine Musik zur Unterstützung von Ihnen oder dieser Regierung verwendet wird.“
Eine Stellungnahme des Weißen Hauses lag den berichtenden Medien zunächst nicht vor.
Sollten Künstlerinnen und Künstler stärker gegen die politische Nutzung ihrer Musik vorgehen können? Teilen Sie Ihre Meinung in den Kommentaren.































