Skinny Jeans oder weite „Jorts“? Wer sich beim Blick in den Kleiderschrank fragt, welche Jeansform gerade angesagt ist, steht nicht allein da. Genau an diesem Punkt setzt eine Kolumne von Chris Black an, Mitmoderator des Podcasts How Long Gone, der für seinen Newsletter „Pulling Weeds“ über Stilfragen schreibt. Sein persönliches Fazit nach einem Vintage-Einkauf in Los Angeles: Ausgerechnet der lange gefürchtete „Boot Cut“ hat ihn überzeugt – und nebenbei daran erinnert, warum das Einkaufen im echten Laden dem Onlinehandel oft überlegen ist.
- Chris Black, sonst treuer Träger der Levi’s 501 und 505, testet erstmals das Modell 517 mit Schlag.
- Fündig wird er bei Denim Revival, einem Jeans- und Reparaturgeschäft an der 3rd Street in West Hollywood.
- Die passende Größe ist am Ende eine 36 – samt zehn Prozent Rabatt.
Zwischen Jorts und Skinny Jeans sucht der Autor die vernünftige Mitte
Black macht aus seiner Abneigung gegen aktuelle Trends keinen Hehl. Übergroße, aus seiner Sicht unschöne Jeansshorts – die sogenannten „Jorts“ – sieht er kritisch, ebenso die Rückkehr sehr weiter Hosen. Er selbst hat in der Highschool JNCO-Jeans getragen und blickt darauf nicht ohne Selbstironie zurück. Auch die vielfach gemeldete Rückkehr der Skinny Jeans betrachtet er skeptisch und hofft auf etwas Tragbareres als hauteng geschnittene, dunkle Waschungen.
Zu Stoffen hat er klare Vorlieben: Leinen mag er nicht, wegen der Falten und vor allem wegen der Haptik. Er bevorzuge etwas robustere Materialien, ohne gleich zu schwerem Canvas zu greifen. Jogginghosen kommen für ihn draußen ohnehin nicht infrage. Chinos seien ein guter Kompromiss – doch Denim bleibe für ihn der ideale Mittelweg.
Vom 501-Anhänger zum Experiment mit dem 517
Traditionell greift Black zu Vintage-Modellen der Levi’s 501 oder 505. Die 501 hat einen klassischen Knopfverschluss und sitzt etwas höher, die 505 einen praktischen Reißverschluss und einen mittleren Bund. Für eine eigene Jeans-Kooperation mit dem Label Hanover diente ihm die 501 als Vorbild – mit leicht weiterem Beinausschnitt und in schwarzer Waschung.
Neugierig geworden war er auf die 517: höher sitzend und mit besagtem Boot Cut. Der Begriff schreckte ihn zunächst ab, weil er sofort an ausgestellte Schlaghosen dachte. Dabei trägt Black selbst zwar ziemlich oft Stiefel, meist aber Converse All-Stars, Penny Loafer von J.M. Weston oder Belgian Loafers.
Am Ende tat der leichte Schlag genau das, was er sollte: Er wirkte fast wie ein gerader Schnitt und fiel perfekt über die Schuhe.
Wie eine Beratung im Laden das Ergebnis rettete
An einem Samstagmorgen ging Black gleich zur Öffnung in den beliebten Laden Denim Revival und schilderte dem Personal Ziele und Bedenken. Man reichte ihm zunächst einen Stapel in Bundweite 38 – für ihn als heutigen 34er-Träger ein kleiner Schreck, doch Vintage-Größen fallen bekanntlich anders aus. Als nichts richtig saß, empfahl eine Verkäuferin eine 36. Der Chef hinter der Kasse warnte noch, der Schlag könnte dann sogar stärker ausfallen.
Genau diese 36 aber saß wie angegossen. Der Boot Cut fiel dezent aus, die Hose lag ideal über den Schuhen – und der Chef gab sich geschlagen und gewährte zehn Prozent Rabatt. Für Black, der Anproben eigentlich nicht ausstehen kann, wurde der Vormittag effizient und erfolgreich.
Der eigentliche Mehrwert seiner Geschichte liegt weniger in der Modellnummer als in der Erkenntnis: Fachgeschäfte kosten mitunter etwas mehr, doch die persönliche Beratung kann den Unterschied machen – gerade dort, wo Größen und Schnitte unberechenbar sind. Für Leserinnen und Leser, die Vintage-Jeans meist blind online bestellen, ist das ein bedenkenswerter Punkt.
Wie steht ihr zum Boot Cut – modisches Wagnis oder unterschätzter Klassiker? Und kauft ihr Jeans lieber online oder mit Beratung im Laden? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.






























