Wer aus dem deutschsprachigen Raum eine kulinarische Fernreise plant, findet in Tokio nun eine frisch aktualisierte Orientierung: Der Reisetitel Condé Nast Traveler hat für 2026 seine Liste der 42 besten Restaurants der japanischen Metropole veröffentlicht. Ausgewählt wurden die Adressen laut Redaktion unabhängig und jeweils von einem ortskundigen Mitwirkenden besucht, der die Lokale selbst getestet hat. Bewertet wurden dabei sowohl gehobene als auch günstige Häuser – nach herausragenden Gerichten, Lage, Service sowie Kriterien wie Inklusivität und Nachhaltigkeit. Die Bandbreite reicht von Ramen-Läden und Nachbarschafts-Izakayas bis zu Restaurants, für die sich eine ganze Reise lohnt.
- Condé Nast Traveler nennt 42 essenzielle Restaurantempfehlungen für Tokio 2026.
- Tokio zählt laut dem Guide mehr Michelin-Sterne-Restaurants als jede andere Stadt der Welt.
- Jede Adresse wurde von einem ortskundigen Mitwirkenden persönlich besucht.
Warum Tokio für Genussreisende eine Sonderstellung einnimmt
Der Guide beschreibt Tokio als Stadt, in der Exzellenz schlicht der Standard sei. Dieselbe Ernsthaftigkeit, die einer stehend gegessenen Schale Soba entgegengebracht werde, gelte auch für eine Sushi-Theke, die man Monate im Voraus reservieren müsse. Gerade für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, wo japanische Küche längst über Sushi hinausgewachsen ist, macht diese Vielfalt den Reiz aus: Es geht nicht nur um Spitzenlokale, sondern um ein ganzes Spektrum an Esskulturen in einem einzigen Stadtgebiet.
Laut dem Guide besitzt Tokio mehr Restaurants mit Michelin-Sternen als jede andere Stadt der Erde – ein Argument, das eine eigene Reise rechtfertigen kann.
Neue Häuser setzen ungewöhnliche Akzente
Mehrere jüngere Eröffnungen zeigen die Experimentierfreude der Szene. In den Seitengassen von Kagurazaka beendet ein italienisch geschulter Koch sein Omakase-Menü mit einer Pizza. In Ebisu grillt eine Theke mit nur acht Plätzen Yakitori über Holzfeuer und Holzkohle und schickt ein Hähnchenschenkelstück gleich auf beide Arten hinaus. Und in Ginza serviert Natsuko Shoji, 2022 als „Asia’s Best Female Chef“ ausgezeichnet, buchstäblich ein „Frühstück bei Tiffany“.
Von der versteckten Soba-Bar bis zur Theke im Bulgari-Hotel
Zu den ausführlich vorgestellten Adressen zählt das Restaurant von Kenta Miyawaki im Viertel Mita/Akebanebashi. Der Koch, der mit 19 Jahren zu kochen begann und sich in Kyotos Küchen schulte, kauft laut Guide jeden Morgen selbst auf dem Toyosu-Markt ein. Sein Haus bietet acht Thekenplätze, zwei Tische und einen kleinen Nebenraum; das Dinner ist ein saisonales Omakase, überraschend ergänzt durch eine tiefe Burgunder- und Bordeaux-Auswahl.
In Shibuya wiederum findet sich mit „Suba“ der Tokioter Ableger einer Kult-Stehbar aus Kyoto – ohne Schild, gestaltet vom Architekten Yusuke Seki, mit dem Weinladen Virtus im ersten Stock. Signature-Gericht ist die Beef-Soba mit weichem Onsen-Ei.
Deutlich luxuriöser gibt sich das „Il Ristorante – Niko Romito“ im 40. Stock des Bulgari Hotels in Yaesu. Der Namensgeber Niko Romito hält in seinem Stammhaus Reale in den Abruzzen drei Michelin-Sterne; in Tokio trägt das Restaurant unter Küchenchef Mauro Aloisio einen Stern und blickt durch Fensterwände auf den Kaiserpalast. Bodenständiger geht es im Kaffee-Viertel Kiyosumi-Shirakawa zu, wo der frühere New Yorker Architekt Shinji Mizutani mit „Tani Kore Tani“ ein Lokal für saisonale kleine Teller auf Basis guten Dashis eröffnet hat.
Was der Guide für die eigene Reiseplanung bedeutet
Für Reisende bedeutet die Liste vor allem eine kuratierte Auswahl in einer Stadt mit fast unüberschaubarer Gastronomie. Wer eine Japan-Reise plant, kann die Empfehlungen als Ausgangspunkt nutzen – wobei besonders gefragte Theken traditionell weit im Voraus reserviert werden müssen. Die Redaktion kündigt an, die Liste fortlaufend zu aktualisieren, wenn neue Häuser eröffnen oder sich bestehende verändern.
Welches Tokioter Restaurant hat Sie bislang am meisten begeistert – die Spitzenküche oder doch der beste Ramen-Laden um die Ecke? Teilen Sie Ihre Empfehlungen in den Kommentaren.






























