Knieschmerzen kennen viele Menschen, vor allem mit zunehmendem Alter. Eine der häufigsten Ursachen ist die Kniearthrose – ein fortschreitender Verschleiß des Knorpels im Gelenk. Nach Angaben von Dr. Abby Cheng, Orthopädin und Fachärztin für nichtoperative Behandlung an der Washington University School of Medicine in St. Louis, ist der Verlauf jedoch nicht vollständig dem Zufall überlassen. Bewegung, kräftigere Oberschenkelmuskeln, eine pflanzenbetonte Ernährung und schon ein geringer Gewichtsverlust können die Belastung der Knie spürbar verringern und Schmerzen lindern. Die Erkenntnisse stammen aus einer Aufbereitung des Siteman Cancer Center.
- Kniearthrose entsteht durch den allmählichen Abbau des schützenden Knorpels im Gelenk.
- Mehr als 30 Millionen Erwachsene in den USA leben mit einer Form der Arthrose, das Knie ist am häufigsten betroffen.
- Wer als Übergewichtiger rund viereinhalb Kilogramm (10 Pfund) abnimmt, entlastet die Knie laut Cheng bei jedem Schritt um etwa 18 Kilogramm (40 Pfund).
Wie Kniearthrose entsteht und wen sie trifft
Gesunder Knorpel lässt das Knie geschmeidig bewegen und schützt die Knochen. Wird diese Schutzschicht dünner, können Schmerzen und Steifheit auftreten, die mit der Zeit zunehmen. „Arthrose kann Knieschmerzen und Steifheit verursachen, was sich negativ auf das Aktivitätsniveau, das Sturzrisiko, die Stimmung und die allgemeine Lebensqualität auswirken kann“, so Cheng.
Die Erkrankung ist weit verbreitet. In den USA leben mehr als 30 Millionen Erwachsene mit einer Form der Arthrose, wobei das Knie das am häufigsten betroffene Gelenk ist. Obwohl Arthrose oft mit höherem Alter in Verbindung gebracht wird, tritt laut den Angaben etwa die Hälfte der Fälle bei Menschen im erwerbsfähigen Alter auf.
Als Risikofaktoren nennt Cheng schwache Beinmuskeln sowie Übergewicht oder Adipositas. Auch Frauen, ältere Menschen, Personen mit einer früheren Knieverletzung und Menschen mit familiärer Vorbelastung erkranken demnach häufiger.
Warum die Folgen über das Gelenk hinausreichen
Die Auswirkungen der Arthrose beschränken sich nicht auf den Schmerz. Eingeschränkte Beweglichkeit kann zu Arbeitsausfällen und Einkommensverlusten führen. Zudem hält sie Betroffene davon ab, körperlich aktiv zu sein – was wiederum das Risiko für chronische Erkrankungen wie Herzleiden, Krebs und Diabetes erhöhen kann.
Kleine Verbesserungen können eine überraschend große Wirkung haben: Wer als Übergewichtiger rund viereinhalb Kilogramm abnimmt, reduziert laut Cheng den Druck auf die Knie bei jedem Schritt um etwa 18 Kilogramm.
Was Betroffene und Vorbeugende konkret tun können
Wer bereits an Arthrose leidet, hat mehrere Möglichkeiten, Schmerzen und Bewegungsprobleme zu bewältigen. Gesunde Gewohnheiten können – gemeinsam mit medizinischer Behandlung, wenn nötig – auch das Fortschreiten verlangsamen. „Mehr pflanzliche und weniger verarbeitete oder zuckerhaltige Nahrung reduziert Entzündungen im Körper, was Arthroseschmerzen in allen Gelenken lindern kann“, erklärt Cheng.
Zu den gängigen Behandlungen zählen laut der Ärztin die Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, Kniebandagen, entzündungshemmende Medikamente, Cortison- und andere Injektionen sowie in manchen Fällen ein künstliches Kniegelenk. Behandelnde können gemeinsam mit den Patienten individuelle Strategien entwickeln.
Viele dieser Maßnahmen helfen zugleich, das Risiko einer Erkrankung zu senken. Dazu gehört regelmäßige Bewegung. Entgegen der verbreiteten Annahme, Laufen schade den Knien, kann Laufen laut den Angaben Teil eines aktiven Lebensstils sein, der das Arthroserisiko verringert. Auch ein gesundes Körpergewicht entlastet die Gelenke. Eine Ernährung mit vielen Vollkornprodukten, Obst und Gemüse bei gleichzeitiger Zurückhaltung bei verarbeiteten Lebensmitteln kann die Gesundheit unterstützen und möglicherweise vor Arthrose schützen.
Familiäre Veranlagung ist kein festgeschriebenes Schicksal
Auch wer eine familiäre Vorbelastung hat, ist der Erkrankung nicht hilflos ausgeliefert. „Manche Menschen denken, dass sie Arthrose entwickeln, weil ein Elternteil oder Großelternteil sie hatte“, sagt Cheng. „Und obwohl es stimmt, dass Arthrose in Familien gehäuft auftreten kann, bedeutet das nicht, dass man nichts tun kann, um sein Risiko erfolgreich zu senken.“
Für Leserinnen und Leser im deutschsprachigen Raum sind diese Hinweise unmittelbar relevant, denn Bewegung, Ernährung und Gewicht liegen im eigenen Einflussbereich. Die genannten Aussagen beschreiben allgemeine Zusammenhänge und Behandlungsoptionen; sie ersetzen keine ärztliche Beratung im Einzelfall.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Knieschmerzen gemacht – hat Ihnen mehr Bewegung, ein Muskelaufbau oder eine Ernährungsumstellung geholfen? Teilen Sie Ihre Sichtweise in den Kommentaren.































