Drei wertvolle Gemälde von Pierre-Auguste Renoir, Paul Cézanne und Henri Matisse, die im Frühjahr aus einem Museum in Norditalien gestohlen worden waren, sind wieder aufgetaucht. Die italienische Polizei teilte am Freitag mit, sie habe die Kunstwerke nach umfangreichen Ermittlungen sichergestellt. Entwendet worden waren die Bilder am 23. März aus dem Museum der Fondazione Magnani-Rocca im Ort Traversetolo bei Parma. Nach Angaben des Parmaer Polizeichefs Andrea Pagliaro wurden die Gemälde im Haus eines Verdächtigen entdeckt. Die Ermittlungen richten sich gegen eine Bande von neun Moldauern, von denen fünf am Diebstahl beteiligt gewesen sein sollen.
- Drei Gemälde von Renoir, Cézanne und Matisse wurden nach mehreren Monaten wiedergefunden.
- Der Diebstahl im Museum bei Parma dauerte weniger als drei Minuten.
- Die Ermittlungen konzentrieren sich auf eine neunköpfige Bande aus Moldau.
Ein Einbruch von unter drei Minuten mitten in der Nacht
Der Diebstahl selbst war ein hochprofessioneller Coup. Auf einem von der Polizei veröffentlichten Video einer Überwachungskamera sind zwei maskierte Personen mit Stirnlampen zu sehen, die durch ein Fenster in das Museum eindringen. Sie eilen in einen Saal, hängen die drei Gemälde ab und reichen sie an eine dritte Person weiter, die draußen bleibt und auf den Aufnahmen nicht zu sehen ist. Der gesamte Diebeszug soll weniger als drei Minuten gedauert haben.
Trotz auslösender Alarmanlage gelang den Tätern damals die Flucht über die Gärten des Museums. Ein Museumssprecher sprach seinerzeit von einem geplanten, strukturierten und organisierten Einbruch.
Millionenwerte hinter den drei Bildern
Bei den Werken handelt es sich um Cézannes »Tasse et plat de cerises« (Tasse und Teller mit Kirschen), Renoirs »Les poissons« (Die Fische) und Matisses »Odalisque sur la terrasse« (Odaliske auf der Terrasse). Das Cézanne-Gemälde wird auf sechs Millionen Euro geschätzt, das Renoir-Werk auf drei Millionen Euro. Der Matisse ist Schätzungen zufolge rund 20.000 Euro wert. Insgesamt beziffern die Ermittler den Wert der drei Arbeiten auf etwa neun Millionen Euro.
Der Fall geriet in den Strudel der Desinformation
Zwischenzeitlich wurde der Diebstahl auch zum Gegenstand gezielter Falschinformation. Eine gefälschte BBC-Reportage behauptete, das gestohlene Cézanne-Gemälde hänge im Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und stamme von der Mafia. Die BBC hatte einen solchen Beitrag jedoch nie ausgestrahlt. Recherchen zufolge wurde die Fälschung über ein kremlnahes Netzwerk verbreitet. Der Vorgang zeigt, wie schnell selbst ein Kunstdiebstahl in Kampagnen zur politischen Desinformation eingebunden werden kann.
Was nun folgt
Zu den mutmaßlichen Dieben und ihrem genauen Verbleib äußerten sich die Ermittler bislang zurückhaltend. Klar ist, dass sich die Untersuchungen auf die neunköpfige Bande konzentrieren. Für die Betroffenen bedeutet der Fund vor allem eines: Die als verloren geglaubten Meisterwerke sind gesichert – die weitere strafrechtliche Aufarbeitung dürfte sich nun auf die Identifizierung und Verfolgung der mutmaßlichen Täter richten.
Wie sollten Museen ihre Sammlungen vor solch schnellen, professionell geplanten Einbrüchen schützen? Teilen Sie Ihre Einschätzung in den Kommentaren.































