Für den deutschen Konzern Volkswagen ist der Amarok eines der bekanntesten Pick-up-Modelle – auch wenn er in Europa längst nicht mehr die Rolle spielt wie einst. Umso interessanter ist, welchen technischen Weg der Wolfsburger Hersteller nun für Südamerika einschlägt: Dort soll 2027 eine völlig neue Amarok-Generation an den Start gehen, die mit ihren Vorgängern kaum noch etwas gemein hat. VW hat den Mittelklasse-Pick-up jetzt getarnt gezeigt – kurz nachdem der kleinere Tukan für den südamerikanischen Markt enthüllt wurde. Produziert wird der Wagen laut Berichten im argentinischen Werk General Pacheco.
- Die neue Amarok-Generation für Südamerika soll 2027 auf den Markt kommen.
- Der Pick-up basiert mutmaßlich auf Technik des chinesischen VW-Partners SAIC.
- Eine Plug-in-Hybrid-Topversion könnte mehr als 470 PS leisten.
Der neue Amarok tritt gegen Konkurrenten wie Toyota Hilux, Ford Ranger und Mitsubishi Triton an. Nach Angaben von Motor1 Brasilien läuft die Fertigung im Werk General Pacheco in Argentinien, wo bereits das aktuelle Modell gebaut wird. Diese Generation dürfte vorrangig für Südamerika bestimmt sein, einzelne weitere Märkte sind aber möglich.
Zwei Amaroks mit demselben Namen, aber unterschiedlicher Technik
Die Situation rund um den Amarok ist bemerkenswert gespalten. Für den Weltmarkt setzt VW seit 2022 auf eine zweite Generation, die auf dem Ford Ranger basiert – ein Ergebnis der Kooperation beider Hersteller. In Südamerika ging man einen eigenen Weg: Dort blieb die erste Generation aus dem Jahr 2010 auf ihrer älteren Leiterrahmen-Plattform im Programm und erhielt 2024 sogar ein zweites Facelift.
Das Resultat: Zwei aktuelle Amaroks teilen sich zwar das Markenzeichen, sonst aber praktisch nichts – der eine steht auf Ford-Technik, der andere auf einer Konstruktion, die Europa bereits 2020 nicht mehr kaufte. Solche Plattform-Partnerschaften sind im Segment der Mittelklasse-Pick-ups üblich, wie auch Nissan Navara und Mitsubishi Triton zeigen.
Warum diesmal die Technik aus China kommen dürfte
Volkswagen arbeitet nach eigenen Angaben seit mindestens zwei Jahren an dem Fahrzeug. Offiziell bestätigt sind die Details noch nicht, doch der neue Amarok soll aus der langjährigen Partnerschaft von VW mit dem chinesischen Hersteller SAIC hervorgehen. Als technische Basis gilt der Maxus Interstellar X, der außerhalb Chinas – etwa in Australien – als LDV Terron 9 verkauft wird.
Größenvergleiche anhand getarnter Fotos bleiben Schätzungen. Der VW wirkt aber weder so breit noch so lang wie der Maxus. Zur Einordnung: Der Interstellar X misst rund 5,50 Meter Länge und 2,01 Meter Breite bei einem Radstand von 3,30 Metern. Der aktuelle Amarok kommt auf 5,35 Meter Länge und 3,10 Meter Radstand.
Optisch unterscheidet sich der Neue deutlich vom Vorgänger. Die Front ist komplett neu gestaltet, mit einem durchgehenden LED-Lichtband und zwei zusätzlichen Tagfahrleuchten kurz vor der Motorhaubenkante. Darunter sitzt ein flacher, von zwei horizontalen Streben geteilter Grill. In der Seitenansicht fallen eckige Außenspiegelkappen, kantige Radläufe, klobige Türgriffe und markante Dachreling auf.
Elektrifiziert und stärker als je zuvor
Zu den Antrieben gibt es noch keine offiziellen Details. VW hat aber bestätigt, dass die neue Generation elektrifiziert und der bislang stärkste Amarok sein wird.
Motor1 Brasilien zufolge könnte eine Topversion namens 800 TSI als Plug-in-Hybrid mehr als 470 PS und 800 Nm Drehmoment leisten – genug für den Sprint auf 100 km/h in unter fünf Sekunden.
Für dieses Modell wird Allradantrieb erwartet. Auch ein Turbodiesel dürfte im Programm bleiben, denn der Maxus Interstellar X wird bereits mit einem 2,5-Liter-Selbstzünder angeboten.
Für europäische und deutsche Käufer bedeutet das zunächst wenig unmittelbar Greifbares, da diese Generation vorrangig für Südamerika entwickelt wird. Interessant ist der Schritt dennoch: Er zeigt, wie stark VW seine globalen Pick-up-Strategien inzwischen auf externe Partner stützt – im Weltmarkt auf Ford, in Südamerika mutmaßlich auf China.
Was halten Sie davon, dass VW seinen Amarok je nach Region auf Ford- oder China-Technik aufbaut? Sollte Volkswagen wieder stärker auf eine eigene Pick-up-Plattform setzen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.































