„Wir sind dankbar, dass neue Generationen seine Arbeit entdecken, während langjährige Fans weiterhin die Freude feiern, die er in ihr Leben gebracht hat“, schreiben Zak, Zelda und Cody Williams. Mit diesen Worten haben die drei Kinder des 2014 gestorbenen Schauspielers und Komikers Robin Williams (1951-2014) den seit über zwölf Jahren inaktiven Instagram-Account ihres Vaters wiederbelebt. Die Reaktivierung ist ausdrücklich als Antwort auf die zunehmende Verwendung seines digitalen Abbilds durch Künstliche Intelligenz gedacht. Der Account soll künftig als verlässliches Archiv echter Aufnahmen dienen.
- Die Kinder von Robin Williams haben dessen seit 2014 ruhenden Instagram-Account wieder aktiviert.
- Sie wollen damit ein Gegengewicht zu KI-generierten Videos und Bildern ihres Vaters schaffen.
- Robin Williams wäre 2026 75 Jahre alt geworden.
In einer gemeinsamen Erklärung auf dem Profil machen die drei deutlich, worum es ihnen geht: „Während sich die Technologie weiterentwickelt, wollen wir, dass dies ein sicherer, vertrauenswürdiger Ort ist, an dem die geteilten Geschichten, Fotos, Videos und Erinnerungen sein Vermächtnis mit Authentizität, Wärme und Sorgfalt widerspiegeln.“ Sie kündigen an, über den Kanal das „einzigartige Talent und den Humor“ ihres Vaters mit der Welt zu teilen.
Zelda Williams nennt KI-Nachahmungen „widerlich“
Besonders deutliche Worte kommen von Tochter Zelda Williams. In einer Story auf ihrem eigenen Instagram-Account erklärte sie die Entscheidung, das Profil ihres Vaters zurückzubringen. „Es tut mir leid, wenn jemand es als belastend empfunden hat, dass Papas alte Seite wieder etwas postet. Glaubt mir, ich weiß, dass es ein bisschen seltsam ist“, schrieb sie. Diesen Raum zu einem Ort zu machen, an dem Menschen authentische Clips und Fotos von ihm finden könnten, sei einer der besten Wege, den sie gefunden hätten, „um gegen den grassierenden KI-Missbrauch seiner Stimme und seines Abbilds vorzugehen“.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Zelda Williams Fans gebeten, ihr keine KI-generierten Videos ihres Vaters mehr zu schicken.
Damals fand sie drastische Worte: „Zuzusehen, wie die Vermächtnisse echter Menschen auf ‚das sieht und klingt vage nach ihnen, also reicht das‘ reduziert werden, nur damit andere Leute schrecklichen TikTok-Schund produzieren können, in dem sie sie wie Marionetten führen, ist zum Verrücktwerden.“ Solche Inhalte bezeichnete sie als „widerlich“. Man mache damit keine Kunst, sondern „ekelhafte, überverarbeitete Hotdogs aus dem Leben von Menschen“.
Was hinter dem Streit um digitale Abbilder steht
Der Vorstoß der Familie berührt eine grundsätzliche Frage: Wer darf nach dem Tod eines Prominenten über dessen Stimme, Gesicht und künstlerisches Erbe verfügen? Künstlich erzeugte Versionen verstorbener Stars lassen sich heute mit vergleichsweise geringem Aufwand herstellen und über soziale Netzwerke verbreiten. Für Angehörige bedeutet das, dass sie einer Flut von Nachahmungen gegenüberstehen, über die sie keine Kontrolle haben.
Zwar haben einige KI-Anbieter Schutzmechanismen eingerichtet, die das Erzeugen von Bildern oder Videos bekannter Persönlichkeiten verhindern sollen. Diese Sperren lassen sich jedoch umgehen. Laut den Berichten wurde etwa OpenAIs inzwischen eingestellte Sora-App zu einem Sammelbecken für Videos geschützter Figuren und Prominenter. Auch andere Dienste stehen wegen laxer Schutzvorkehrungen in der Kritik; der KI-Anbieter Seedance des Konzerns ByteDance schloss demnach eine Vereinbarung mit der Motion Picture Association. Abbilder von Stars wie Taylor Swift und Rihanna wurden zudem für Betrugsmaschen missbraucht.
Vom stillen Profil zum digitalen Gedächtnis
Der Instagram-Account war seit Williams‘ Tod 2014 weitgehend unberührt geblieben. Der letzte Beitrag vor der jetzigen Reaktivierung war ein Geburtstagsgruß an Zelda, veröffentlicht wenige Tage vor seinem Tod. Nun soll das Profil zu einer Art digitalem Archiv werden. In der Biografie finden sich Verweise auf offizielle Kanäle bei TikTok, Facebook und YouTube, auf denen ebenfalls Ausschnitte aus Williams‘ Karriere gesammelt werden.
Die Wiederbelebung fällt in ein besonderes Jahr: Robin Williams wäre im Juli 2026 75 Jahre alt geworden. Sein Werk aus Filmen wie „Good Will Hunting“, „Jumanji“ und „Mrs. Doubtfire“ wird auch mehr als ein Jahrzehnt nach seinem Tod von neuen Generationen entdeckt. Für seine Kinder steht dabei ein Ziel im Mittelpunkt: Ihr Vater soll online nicht durch eine künstlich erzeugte Version seiner selbst ersetzt werden.
Wie sollte mit KI-Abbildern verstorbener Künstlerinnen und Künstler umgegangen werden? Teilen Sie Ihre Sicht in den Kommentaren.































