Rosie O’Donnell, 64, gehört zu den bekanntesten Talkshow-Gesichtern der USA. Von 1996 bis 2002 moderierte sie die »The Rosie O’Donnell Show«, später saß sie im Panel von »The View«. Seit rund 30 Jahren hat sie nach eigenen Worten nicht mehr hinter einem klassischen Late-Night-Pult gesessen – bis jetzt: In vier Folgen vertritt sie den Moderator Jimmy Kimmel bei »Jimmy Kimmel Live«, während dieser im Sommerurlaub ist. Schon in ihrer ersten Sendung am Montagabend machte sie unmissverständlich klar, gegen wen sie zielt: Donald Trump.
- O’Donnell übernimmt vier Folgen von »Jimmy Kimmel Live« als Gastmoderatorin.
- In ihrem Eröffnungsmonolog attackierte sie Trump und nannte ihn »Mango Mussolini«.
- Zwischen den Gästen würdigte sie die verstorbene Schauspielerin Hayden Panettiere.
In einem knallpinken, mit Blumen verzierten Anzug betrat O’Donnell die Bühne, begleitet von langem Applaus und »RO-SIE«-Rufen. »Ihr dachtet, der Präsident hasst ›Jimmy Kimmel Live‹ schon, wenn Jimmy Kimmel moderiert? Anschnallen, Leute! Anschnallen«, rief sie ins Publikum.
Ein Monolog voller Spitzen gegen den Präsidenten
Ohne seinen Namen zu nennen, ging O’Donnell wiederholt auf Trump los und bezeichnete ihn als »Mango Mussolini« – eine Anspielung auf seinen orangefarbenen Teint und den faschistischen Diktator Benito Mussolini. Wegen des Präsidenten sei sie vor knapp zwei Jahren nach Irland gezogen, sagte sie: »Nachdem ich ›Project 2025‹ gelesen hatte, dachte ich mir: Ich muss hier raus.« Irland sei ein Ort, »an dem die Menschen ohnehin zum Trinken getrieben werden, egal wer regiert«.
Ihr damals elfjähriges Kind Clay habe die Situation in der Schule so erklärt: »Ich werde gezwungen, in ein anderes Land zu ziehen, weil der Präsident der Vereinigten Staaten meine Mutter hasst. Aber ganz ehrlich: Ich glaube, meine Mutter hasst ihn sogar noch mehr.«
Dann blickte O’Donnell direkt in die Kamera, winkte und sagte: »Hi! Ich weiß, dass du zuschaust!«
Eine Fehde, die seit fast 20 Jahren schwelt
Der Konflikt reicht weit zurück. Trump ist auf O’Donnell schlecht zu sprechen, seit sie sich 2006 bei »The View« über seine Insolvenzen lustig machte. Unter anderem drohte er damit, ihr die Staatsangehörigkeit zu entziehen, und bezeichnete sie als »Bedrohung für die Menschheit«. O’Donnell konterte auf Instagram mit einem Foto von Trump und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und den Worten: »Du nennst mich eine Bedrohung für die Menschheit – aber ich bin alles, was du fürchtest.«
Rückendeckung für Kimmel im Streit um die Meinungsfreiheit
O’Donnell fand lobende Worte für ihren Kollegen: Sie finde Kimmel »fantastisch«, weil er sich für das Recht einsetze, sich gegen die eigene Regierung auszusprechen. Zugleich wünschte sie sich, Stephen Colbert hätte dieselbe Unterstützung erfahren. Hintergrund ist Trumps anhaltendes Vorgehen gegen Late-Night-Moderatoren: CBS setzte nach Kritik des Präsidenten die »Late Show« mit Colbert ab – offiziell aus finanziellen Gründen –, und auch »Jimmy Kimmel Live« legte zwischenzeitlich eine Zwangspause ein. O’Donnell selbst gab sich zuvor im Podcast »On with Kara Swisher« unbeeindruckt von der Aufsichtsbehörde FCC: »Was wollen die sagen – dass man das nicht sagen darf?« Nur Stunden nach ihrem Auftritt reichte der Sender ABC eine Klage gegen die FCC ein und wirft der Behörde eine »Vergeltungskampagne« gegen die Meinungsfreiheit des Senders vor.
Bewegender Abschied für Hayden Panettiere
Neben der Politik gab es auch persönliche Momente. Zwischen ihren Gästen – darunter »Ted Lasso«-Star Hannah Waddingham und »Schmigadoon!«-Darstellerin Ana Gasteyer – würdigte O’Donnell sichtlich bewegt die verstorbene Schauspielerin Hayden Panettiere, die im Alter von 36 Jahren gestorben ist. Panettiere sei als Kinderschauspielerin oft in ihrer Show zu Gast gewesen. »Sie war so mutig, über psychische Gesundheit zu sprechen, als die Menschen noch nicht bereit dafür waren«, sagte O’Donnell. »Meine Liebe gilt ihrer Familie und ihren Freunden.«































