Ein Gravurfehler hat den TCS Sydney-Marathon vor dem Rennen am kommenden Sonntag ins Zentrum internationaler Belustigung gerückt: Auf der Rückseite der Finisher-Medaille, die eigentlich die Skyline Sydneys mit ihren Wahrzeichen zeigen soll, ist versehentlich die Münchner Allianz Arena eingraviert – das Heimstadion des FC Bayern. Statt des Sydneyer Allianz Stadium landete das bayerische Fußballstadion auf der Plakette. Die Organisatoren räumten den Fehler öffentlich ein, kündigten aber an, die bereits geprägten Medaillen nicht auszutauschen. Beim Marathon am 30. August werden nach Angaben der Veranstalter mehr als 40.000 Läuferinnen und Läufer erwartet.
- Auf der Sydney-Marathon-Medaille ist statt eines lokalen Stadions die Münchner Allianz Arena zu sehen.
- Vermutliche Ursache ist eine Verwechslung mit dem Sydneyer Allianz Stadium.
- Die Medaillen bleiben unverändert; das Rennen findet am 30. August statt.
Wie der Fehler auffiel
Anfang der Woche stellten die Organisatoren das Medaillendesign in einem Instagram-Beitrag vor. »Schaut genau hin, und ihr findet die Geschichte der Strecke in den Details«, hieß es dort. Die Medaille zeige »eine wunderschöne Skyline von Sydney« mit den Sehenswürdigkeiten entlang der Route – von der Sydney Harbour Bridge bis zum weltberühmten Opernhaus.
Erst danach fiel auf, dass rechts unten nicht das Sydneyer Stadion abgebildet war, sondern die markante Luftkissen-Struktur der Münchner Allianz Arena. Naheliegend ist eine Verwechslung: In Sydney steht ein »Allianz Stadium«, das unter anderem für Rugby-Partien genutzt wird. Offenbar hatte jemand bei der Bildersuche das falsche Objekt erwischt.
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Die Veranstalter stellen sich dem Missgeschick
Statt den Fehler kleinzureden, gingen die Organisatoren offensiv damit um. »Auf der Rückseite der Finisher-Medaille hat sich ein wenig zu viel internationaler Flair eingeschlichen – mit einer falschen Darstellung des Stadions«, erklärte ein Sprecher des Sydney-Marathons. »Wir werden uns nicht davor drücken – es war ein bedauerlicher Fehler, auch wenn er an diesem Wochenende sicherlich allen Gesprächsstoff geliefert hat, meist auf humorvolle Weise.«
»Ihr habt es bemerkt. Wir haben es bemerkt. Wir sind auch nur Menschen«, hieß es in dem Beitrag – die Medaille sei »wunderschön und jetzt halt noch ein bisschen einzigartiger«.
Die Vorderseite der Medaille zeigt ein vielfach gelobtes Gold-Indigo-Design des indigenen Künstlers Ambrose Killian. Dieser stellte allerdings klar, dass er mit der fehlerhaften Rückseite nichts zu tun hatte: Er habe lediglich das Artwork für das Band und die Vorderseite beigesteuert, an der Gestaltung der Sehenswürdigkeiten-Seite sei er nicht beteiligt gewesen.
Amüsierte Reaktionen bis nach München
Der Fauxpas verbreitete sich rasch in den sozialen Medien; auch die BBC und mehrere Laufblogs griffen ihn auf. Die Zeitung »Sydney Morning Herald« titelte spöttisch, die Medaille bringe Sydney auf die Landkarte – »die falsche Landkarte«.
Selbst das betroffene Münchner Stadion, das 2005 eröffnet wurde und als Heimstätte von Bayern München dient, reagierte gelassen. »Oh wow, das hatten wir gar nicht auf unserer Bingo-Karte!«, schrieb der Account der Allianz Arena auf Instagram – und fügte an, man habe wohl nach Gemeinsamkeiten gesucht: einzigartige Architektur, ein Besuch lohne sich in beiden Fällen.
Was am 30. August ansteht
Trotz des Missgeschicks bleibt es bei den bereits geprägten Exemplaren. »Eine Woche vor der Veranstaltung ist dies die Medaille, die unsere Läufer erhalten werden«, sagte der Sprecher. Was sie symbolisiere, ändere sich nicht: »Hinter jeder dieser Medaillen stehen monatelange frühe Morgenstunden, lange Läufe und stille Entschlossenheit.«
Der Sydney-Marathon gehört zur Serie der World Marathon Majors, zu der auch die Rennen in Tokio, Boston, London, Berlin, Chicago und New York zählen. Die Aufnahme in diesen exklusiven Kreis hat dem australischen Lauf zusätzliche internationale Aufmerksamkeit verschafft. Die Strecke von 42,195 Kilometern führt an Wahrzeichen wie der Harbour Bridge, dem Centennial Park und den Royal Botanic Gardens vorbei, ehe die Läuferinnen und Läufer am Opernhaus ins Ziel einlaufen. Im vergangenen Jahr nahmen rund 35.000 Menschen aus mehr als 120 Ländern teil.
Kurioser Ausrutscher oder charmantes Sammlerstück? Würden Sie die Medaille mit der falschen Arena lieber behalten oder umgetauscht wissen? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.































