Jürgen Klopp steht offenbar vor der Rückkehr an die Seitenlinie – und diesmal beim Deutschen Fußball-Bund. Der 59-Jährige hat mit dem DFB über die Aufgabe verhandelt, die deutsche Nationalmannschaft wieder an die Spitze zu führen. Für Freitag um 11 Uhr hat der Verband die Medien zu einer Pressekonferenz in seine Frankfurter Zentrale eingeladen, ohne das Thema zu nennen. Nach Berichten des Sportinformationsdienstes SID liegt das daran, dass die zuständigen Gremien des DFB die Vereinbarung mit Klopp noch nicht formell bestätigt haben. Klopp soll einen Vertrag bis 2030 unterschreiben – dem Jahr der nächsten Weltmeisterschaft.
- Der DFB hat für Freitag, 11 Uhr, zu einer Pressekonferenz in Frankfurt eingeladen.
- Jürgen Klopp (59) soll einen Vertrag bis 2030 als Bundestrainer erhalten.
- Red Bull soll ihn ohne Ablöse freigeben, dafür fließt eine Millionenspende an die Stiftung Wings for Life.
Klopp zählt zu den erfolgreichsten Trainern seiner Generation. Zuletzt war er nicht als Coach tätig, sondern seit 2025 beim österreichischen Energydrink-Hersteller Red Bull als „Head of Global Soccer“ unter Vertrag. In dieser Funktion betreut er die dem Konzern angeschlossenen Klubs wie RB Leipzig, Red Bull Salzburg und die New York Red Bulls.
Freigabe ohne Ablöse, aber mit Millionenspende
Ein Wechsel zum DFB ist damit nicht ohne Weiteres möglich. Deutschen Medienberichten zufolge wird Red Bull Klopp jedoch ohne Ablösesumme aus dem Vertrag entlassen. Stattdessen soll eine Millionenspende an die konzerneigene Stiftung Wings for Life fließen, die die Forschung zu Rückenmarksverletzungen unterstützt.
Für die Nationalmannschaft wäre die Verpflichtung ein deutliches Signal. Der DFB hatte den bisherigen Cheftrainer Julian Nagelsmann entlassen, nachdem Deutschland bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer enttäuschend ausgeschieden war – mit einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay im Sechzehntelfinale.
Drei WM-Enttäuschungen in Folge lasten auf dem Verband
Das Ausscheiden reiht sich in eine schwierige Phase ein. Seit dem Gewinn des vierten WM-Titels 2014 hat die deutsche Mannschaft nun drei Weltmeisterschaften hintereinander enttäuschend beendet. 2018 und 2022 kam das Aus jeweils bereits in der Vorrunde. Bei den vergangenen fünf großen Turnieren gelang nur ein einziger Sieg in der K.-o.-Phase – der Einzug ins Viertelfinale als Gastgeber bei der EM 2024.
Für einen Verband, der lange als Inbegriff des Erfolgsfußballs galt, ist die Suche nach neuer Stabilität damit zur zentralen Aufgabe geworden.
Klopp bringt für diese Aufgabe eine Vita mit, die eng mit dem deutschen Fußball verbunden ist. Bei Mainz war er über ein Jahrzehnt lang als Spieler aktiv, ehe er dort und anschließend bei Borussia Dortmund als Trainer erfolgreich arbeitete. Danach wurde er beim FC Liverpool zur Legende: 2020 führte er die Engländer zum Meistertitel und beendete damit eine 30-jährige Durststrecke, dazu kam der Gewinn der Champions League – der sechste Europapokal-Triumph des Klubs. 2024 trat Klopp in Liverpool zurück und begründete den Schritt mit Erschöpfung.
Was die Ernennung für die Nationalmannschaft bedeuten würde
Sollte die Personalie am Freitag offiziell werden, stünde der deutsche Fußball vor einem Neustart mit einem Trainer, der sowohl im In- als auch im Ausland höchste Titel gewonnen hat. Ein Vertrag bis 2030 würde bedeuten, dass Klopp die Mannschaft über zwei Weltmeisterschaften hinweg formen könnte – ein langfristig angelegter Umbau statt einer kurzfristigen Notlösung.
Ob und wann die DFB-Gremien der Vereinbarung endgültig zustimmen, blieb bis zur Pressekonferenz offen. Bestätigt hat der Verband bislang nur den Termin selbst.
Trauen Sie Jürgen Klopp zu, die Nationalmannschaft aus der Krise zu führen – und war die Trennung von Nagelsmann der richtige Schritt? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.






























