Auch Deutschland zählt zu den Ländern, deren Wettbewerbsbehörden den geplanten Zusammenschluss von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery bereits abgesegnet haben. Nach Angaben von Konzernchef David Ellison haben insgesamt 65 Jurisdiktionen – darunter die Europäische Kommission sowie Deutschland, Frankreich, Spanien, Kanada, China und die USA – den Deal entweder freigegeben oder auf eine Prüfung aus wettbewerbs- oder investitionsrechtlichen Gründen verzichtet. Dennoch steckt die milliardenschwere Fusion fest: In den USA blockiert eine Klage von zwölf Generalstaatsanwälten das Vorhaben. Am Dienstag legte Paramount zugleich gemischte Zahlen zum zweiten Quartal vor.
- Paramount bestätigt trotz US-Kartellklage weiter den Kauf von Warner Bros. Discovery.
- Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 1 Prozent auf 6,91 Milliarden US-Dollar, der Gewinn fiel auf 41 Millionen Dollar.
- Ein Richter setzte den Prozessbeginn im Kartellverfahren auf März an – früher als vom Konzern erhofft.
Streaming wächst, das klassische Fernsehen schrumpft weiter
Die Quartalszahlen zeichnen ein zweigeteiltes Bild. Der Gesamtumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 6,91 Milliarden US-Dollar (rund 6,3 Milliarden Euro) zu und übertraf damit knapp die Erwartungen der Wall Street. Der Nettogewinn sank jedoch auf 41 Millionen Dollar oder vier Cent je Aktie, nach 57 Millionen Dollar beziehungsweise acht Cent ein Jahr zuvor.
Getragen wurde das Geschäft vom Streaming: Der Direct-to-Consumer-Bereich mit Paramount+, BET+ und dem werbefinanzierten Pluto TV wuchs um 9 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Dollar. Auch das Filmstudio legte um 16 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar zu. Dagegen fiel der Umsatz der TV-Sparte mit CBS und den Kabelsendern um 9 Prozent auf gut 3,1 Milliarden Dollar – belastet durch sinkende Werbeeinnahmen und den anhaltenden Rückgang linearer TV-Abonnements.
Paramount+ gewann im Quartal 2 Millionen neue Abonnenten hinzu und kommt nun auf 81,6 Millionen Kundinnen und Kunden weltweit. Der Konzern sprach vom besten Quartal für die Kundenbindung in der Geschichte des Dienstes und verwies auf Serien wie den „Yellowstone“-Ableger „Dutton Ranch“, UFC-Kämpfe sowie die Übertragung der FIFA-Weltmeisterschaft in mehreren lateinamerikanischen Ländern.
Konzern hebt die Jahresprognose an
Für das Gesamtjahr 2026 hob Paramount seine Prognose für das bereinigte EBITDA auf 3,8 bis 3,9 Milliarden Dollar an. Grund sind vor allem Einsparungen aus der im Vorjahr vollzogenen Fusion von Paramount und Skydance. Der Konzern erwartet nun mehr als 2,7 Milliarden Dollar an Effizienzgewinnen bis Ende 2026 – zuvor waren es 2,5 Milliarden – und insgesamt über 3 Milliarden Dollar aus dem Zusammenschluss. Der Bericht fällt fast genau ein Jahr nach dem Abschluss der Skydance-Paramount-Fusion, die den traditionsreichen Hollywood-Konzern unter die Führung von CEO David Ellison stellte.
Der Zeitplan wird für Paramount zum Risiko
Im Februar hatte sich Paramount im Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery durchgesetzt – mit einem reinen Barangebot von 31 Dollar je Aktie und einem Gesamtwert von rund 110 Milliarden Dollar (etwa 100 Milliarden Euro), nachdem Netflix nicht nachlegte. Doch die von Kalifornien angeführte Klage der Generalstaatsanwälte, wonach der Deal den Wettbewerb in Film und Fernsehen ausschalten würde, stoppte das Vorhaben vorerst.
Paramount einigte sich darauf, den Abschluss bis zum 1. Juni 2027 zu verschieben – oder bis die Klagen entschieden sind. Kurz nach Veröffentlichung der Zahlen setzte der zuständige Richter den Prozessbeginn auf März an, während der Konzern einen früheren Termin im November angestrebt hatte. Für Paramount bedeutet die Verzögerung höhere Kosten: Ab dem 1. Oktober fällt eine sogenannte „ticking fee“ von rund 7 Millionen Dollar (etwa 6,4 Millionen Euro) pro Tag an, die an die Warner-Aktionäre zu zahlen ist, bis der Deal vollzogen ist.
Die Erfahrung der Branche zeigt: Selbst ein späterer Sieg vor Gericht kann verpuffen, wenn sich der Markt in der Zwischenzeit weiterdreht. Als der Kauf von Time Warner durch AT&T einst juristisch blockiert wurde, verlor der Konzern wertvolle Zeit im entscheidenden Wettlauf ums Streaming – während Konkurrenten wie Disney entschlossen vorpreschten.
Ellison zeigte sich dennoch überzeugt: Man werde die Übernahme abschließen und ein „stärkeres, wettbewerbsfähigeres“ Medienunternehmen schaffen, das Verbrauchern, Kinobetreibern und Kreativen zugutekomme. Kombiniert kämen Paramount und Warner Bros. Discovery nach seinen Angaben auf lediglich 13,4 Prozent der gesamten US-Seh- und Streaming-Zeit sowie 18 Prozent des heimischen Kinokassenumsatzes der vergangenen zwölf Monate. In einem Gastbeitrag für die „New York Times“ argumentierte Ellison zudem, hinter den Klagen stünden weniger Marktanteilsfragen als vielmehr Sorgen um seine politische Haltung und seine Pläne für den Nachrichtensender CNN.
Sollte Paramount an der Übernahme festhalten, oder droht dem Konzern ein teurer Pyrrhussieg? Teilen Sie Ihre Einschätzung zur Zukunft der großen Streaming-Player in den Kommentaren.






























