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Startseite Technik

Apple entfernt Telegram kurzzeitig aus dem App Store

Laura Zimmermann von Laura Zimmermann
5 August 2026
in Technik
Apple entfernt Telegram kurzzeitig aus dem App Store
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Telegram ist wieder in Apples App Store verfügbar, nachdem der Konzern die App des Messagingdienstes am Montagabend für einige Stunden entfernt hatte. Auslöser war nach Apples Darstellung ein einziger Nutzer, der auf der Plattform Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch geteilt haben soll. Nachdem Telegram die Inhalte gelöscht und den betreffenden Account gesperrt hatte, ließ Apple die App wieder zu. Für bereits installierte Nutzerinnen und Nutzer hatte der Vorgang keine spürbaren Folgen – wer Telegram bereits auf dem Gerät hatte, war von der Sperre ohnehin nicht betroffen.

  • Apple entfernte Telegram nach eigenen Angaben wegen eines Verstoßes gegen die Richtlinien zu Kindesmissbrauchsmaterial.
  • Grund war ein einzelner Nutzer; nach Löschung der Inhalte und Sperrung des Accounts kehrte die App zurück.
  • Telegram reagierte spöttisch und verwies auf eigene Löschmaßnahmen in großem Umfang.

Ein Apple-Sprecher bestätigte die kurzzeitige Entfernung. Bei einer Überprüfung seien Inhalte gefunden worden, die gegen die Richtlinien zum Verbot von Material über sexuellen Kindesmissbrauch verstießen. »Die App wurde anschließend wieder freigeschaltet, nachdem der Entwickler die Inhalte umgehend entfernt und den Nutzer, der sie gepostet hatte, gesperrt hatte«, so der Sprecher.

Ein solcher Schritt gegen eine App dieser Größe ist ungewöhnlich

Dass Apple eine so verbreitete Anwendung wie Telegram aus dem App Store nimmt, kommt selten vor. Bemerkenswert ist auch, dass sich der Konzern derart detailliert zu den Gründen äußerte. Üblicherweise gibt Apple kaum umfassende Erklärungen dazu ab, warum Apps entfernt werden oder im Store verbleiben dürfen.

Der App Store ist für iPhone-Nutzer der zentrale und weitgehend einzige offizielle Weg, Anwendungen zu installieren. Damit entscheidet Apple faktisch darüber, welche Apps Hunderte Millionen Geräte erreichen. Genau diese Kontrollfunktion macht eine Entfernung – auch eine nur wenige Stunden andauernde – zu einem wirkmächtigen Vorgang.

Telegram reagierte mit Spott auf X

Telegram nahm den Vorgang mit mehreren Beiträgen auf der Plattform X aufs Korn. Zunächst postete das Unternehmen den Satz »Die Berichte über meinen Tod sind stark übertrieben«, versehen mit einem Apfel-Emoji – eine Anspielung auf den US-Schriftsteller Mark Twain, über dessen Tod 1897 fälschlicherweise berichtet worden war.

In einem weiteren Beitrag schrieb Telegram sarkastisch: »Ich bin mir sicher, dass diese Haltung in Zukunft auch auf alle anderen Apps im Store gleichermaßen angewendet wird, oder, Apple?« Das zielt auf einen wiederkehrenden Vorwurf von Kritikern, Apple setze die eigenen Regeln nicht konsequent durch.

»Apple hat einen Fehler gemacht, indem es die legitime Kommunikation von einer Milliarde Menschen wegen der Handlungen eines einzigen Nutzers gestört hat«, erklärte Telegram-Sprecher Remi Vaughn.

Telegram verweist auf hunderttausende gesperrte Gruppen

Das Unternehmen weist Vorwürfe, zu wenig gegen strafbare Inhalte zu unternehmen, wiederholt zurück und verweist auf eigene Maßnahmen. Nach Angaben des Dienstes wurden allein in diesem Jahr fast 338.000 Gruppen und Kanäle wegen der Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen gesperrt. Laut der eigenen Sicherheitsübersicht blockiere die App täglich zehntausende Gruppen und Kanäle und entferne Millionen von Inhalten, die gegen die Richtlinien verstoßen.

Der Fall reiht sich in eine längere Auseinandersetzung um Telegrams Umgang mit problematischen Inhalten ein. Bereits 2018 hatte Apple die App wegen entsprechenden Materials zeitweise aus dem Store genommen. 2024 nahmen französische Behörden Firmenchef Pawel Durow bei einem Zwischenstopp in Frankreich fest und warfen ihm unter anderem Beihilfe zur Verbreitung von Kindesmissbrauchsaufnahmen und Beteiligung an illegalen Geschäften vor; er durfte das Land erst nach mehr als einem Jahr wieder verlassen. Im April leitete zudem die britische Regulierungsbehörde Ofcom eine Untersuchung ein. Telegram wies die Vorwürfe »kategorisch« zurück und erklärte, die öffentliche Verbreitung solcher Inhalte seit 2018 durch Erkennungsalgorithmen »praktisch unterbunden« zu haben.

Eine aktuelle Anfrage des SPIEGEL zur temporären Sperrung ließ Telegram zunächst unbeantwortet; auch Apple reagierte laut The Verge nicht sofort auf eine Anfrage.

Sollte Apple bei einem einzelnen Verstoß gleich eine ganze App aus dem Store nehmen – oder ist das eine übertriebene Reaktion? Schreiben Sie uns Ihre Einschätzung.

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