Auch für deutsche Fernsehzuschauer hatte die Feuerkatastrophe bei Los Angeles ein vertrautes Gesicht: Zu den fast 9000 zerstörten oder beschädigten Gebäuden zählten historische Bauten, die als Kulissen in bekannten Kinofilmen und Serien dienten. Nun steht die Ursache des sogenannten Eaton-Feuers fest. Rund 18 Monate nach den Bränden nördlich von Los Angeles haben Ermittler ihren Abschlussbericht vorgelegt. Demnach ging das Feuer vom Januar 2025 von einem Strommast des kalifornischen Versorgers Southern California Edison (SCE) nahe Pasadena und Altadena aus. Bei dem Brand kamen mindestens 19 Menschen ums Leben.
- Ein bereits außer Betrieb genommener Hochspannungsmast von SCE gilt als Ausgangspunkt des Eaton-Feuers.
- Der Brand tötete 19 Menschen und zerstörte oder beschädigte mehr als 9000 Gebäude auf über 14.000 Acres (rund 5700 Hektar).
- Der Bericht schließt Brandstiftung aus – Auslöser war laut Ermittlern ein elektrischer Vorgang.
Erstellt wurde die Untersuchung vom kalifornischen Forst- und Brandschutzamt Cal Fire gemeinsam mit der Feuerwehr des Bezirks Los Angeles, deren Brandstiftungseinheit die Ermittlungen führte. Laut Bericht wurde das Feuer durch ein „elektrisches Ereignis“ an dem Mast in der Nähe des Eaton Wash ausgelöst.
Videoaufnahmen zeigen zwei Lichtbögen kurz hintereinander
Videobeweise des Ermittlungsteams dokumentierten den Angaben zufolge zwei kurz aufeinanderfolgende Lichtbögen. Dabei sei brennendes Material von dem Mast auf das trockene Gestrüpp darunter gefallen. Etwa zwölf Sekunden später habe sich der Boden entzündet. Starke Winde trieben das Feuer rasch voran, das sich zu einem Flächenbrand ausweitete und die San Gabriel Mountains sowie die Orte Altadena, Pasadena, Sierra Madre und La Cañada Flintridge erfasste. Vollständig unter Kontrolle war der Brand erst 24 Tage später, am 31. Januar 2025. Bemerkenswert ist, dass der betroffene Hochspannungsmast zum Zeitpunkt des Ausbruchs bereits außer Betrieb war.
Der Bericht widerlegt damit Spekulationen über Brandstiftung: Auslöser war ein technischer Vorgang an der Stromleitung, nicht menschliche Absicht.
Klagen gegen den Versorger laufen bereits
Dass die Stromleitungen von SCE als Ursache in Frage kamen, war schon länger vermutet worden. Das Unternehmen hatte in Eingaben an die Regulierungsbehörden bereits eingeräumt, dass seine Anlagen eine wahrscheinliche Zündquelle gewesen seien. Bundesanwälte in Los Angeles hatten im vergangenen Herbst Klage gegen den Versorger eingereicht. Sie werfen dem Unternehmen Fahrlässigkeit vor und fordern Schadenersatz in Höhe von mehreren Zehnmillionen Dollar für die Schäden an tausenden Acres des Angeles National Forest. Zusätzlich haben hunderte betroffene Anwohner den Versorger verklagt.
Für SCE bedeutet der Abschlussbericht, dass die technische Ursachenkette nun offiziell dokumentiert ist – ein Umstand, der in den laufenden Verfahren an Gewicht gewinnen dürfte. Wie hoch die finanziellen Folgen für das Unternehmen am Ende ausfallen, ist damit aber noch nicht entschieden.
Historische Filmkulissen fielen den Flammen zum Opfer
Unter den niedergebrannten Gebäuden befanden sich mehrere Bauten mit Kino- und Fernsehgeschichte. Zerstört wurde die Villa aus der mehrfach mit dem Emmy ausgezeichneten Comedyserie „Hacks“, ein Bau im Stil der Spanish Colonial Revival aus dem Jahr 1915, von dem nur noch die Fassade steht. Auch der Altadena Town & Country Club, zu sehen in „Mad Men“, „Starsky & Hutch“, „Van Wilder“ und „The Wonder Years“, fiel den Flammen zum Opfer, ebenso die Eliot Arts Magnet Academy aus Rob Zombies „Halloween“ sowie das Amphitheater aus „American Pie 2“ und „Ghost Whisperer“.
Das Palisades-Feuer wütete zeitgleich im Westen
Das Eaton-Feuer war nicht der einzige Großbrand jener Tage. Am Westrand von Los Angeles wütete zeitgleich das Palisades-Feuer, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen und mehr als 6800 Gebäude zerstört wurden. Im Zusammenhang mit diesem Brand war ein Mann wegen Brandstiftung angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, am Neujahrstag 2025 ein Feuer verursacht zu haben, das zunächst gelöscht wurde, unterirdisch aber weiterschwelte und sich am 7. Januar bei heftigen Winden ausbreitete. Der Prozess platzte im Juni, weil sich die Geschworenen nicht auf ein einstimmiges Urteil einigen konnten.
Wer trägt aus Ihrer Sicht die Verantwortung, wenn Stromanlagen solche Katastrophen auslösen – der Versorger, die Aufsicht oder die Vorsorge gegen Trockenheit? Teilen Sie Ihre Einschätzung.






























