Der Rechtsstreit um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance wird erst im kommenden Frühjahr vor Gericht verhandelt. US-Bezirksrichterin Araceli Martínez-Olguín setzte den Prozess über die Wettbewerbsklage von zwölf US-Bundesstaaten auf den Zeitraum vom 2. bis 19. März 2027 an – zwölf Verhandlungstage. Für Paramount ist das ein Rückschlag: Der Konzern hatte auf einen Beginn schon im November gedrängt, während die klagenden Bundesstaaten und die Drehbuchautoren-Gewerkschaft Writers Guild of America (WGA) einen Termin im April vorgeschlagen hatten. Der späte Termin dürfte das Unternehmen einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.
- Der Prozess läuft vom 2. bis 19. März 2027, an zwölf Verhandlungstagen jeweils von 8:30 bis 13:30 Uhr.
- Zwölf US-Bundesstaaten wollen die 111 Milliarden Dollar (rund 102 Mrd. Euro) schwere Übernahme stoppen.
- Ab dem 1. Oktober zahlt Paramount den Warner-Aktionären rund 7 Millionen Dollar pro Tag, bis der Deal abgeschlossen ist.
Warum der Verhandlungstermin für Paramount so teuer wird
Der Zeitplan hat unmittelbare finanzielle Folgen. Um die Warner-Aktionäre für den Deal zu gewinnen, sicherte die Paramount-Spitze um Konzernchef David Ellison ihnen Zusatzzahlungen zu, falls die Übernahme nicht bis Ende September abgeschlossen ist. Ab dem 1. Oktober fällt eine sogenannte „ticking fee“ von rund 7 Millionen Dollar (etwa 6,4 Mio. Euro) pro Tag an – nach anderer Darstellung rund 650 Millionen Dollar pro Quartal. Rechnet man die Dauer bis zu einem Urteil ein, dürfte Paramount so mindestens 1,3 bis über 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich aufbringen müssen.
Selbst der von Paramount favorisierte November-Termin hätte das Unternehmen bereits hunderte Millionen gekostet – der März-Termin verschärft diese Belastung deutlich.
Hinzu kommt der Zeitdruck: Die Unternehmen haben sich eine Frist bis zum 4. Juni 2027 gesetzt, um die Übernahme abzuschließen. Verstreicht sie, kann Warner Bros. Discovery den Vertrag aufkündigen und eine Strafzahlung von sieben Milliarden Dollar (rund 6,4 Mrd. Euro) verlangen. Eine Verlängerung der Frist wäre möglich. Bis zur Hauptverhandlung sind noch mehrere Etappen vorgesehen: ein erstes Verfahrensmanagement-Treffen am 19. August 2026 sowie eine abschließende Vorverhandlung im Februar 2027.
Bundesstaaten fürchten zu große Marktmacht, Paramount sieht Politik am Werk
Die Koalition der zwölf Bundesstaaten, darunter Kalifornien und New York, reichte ihre Klage am 13. Juli ein. Sie argumentiert, der Zusammenschluss zweier großer Filmstudios samt Streamingdiensten und Sendern wie CBS und CNN verschaffe dem Konzern in Bereichen wie dem Kabelfernsehen und dem Kinoverleih eine zu große Marktmacht. Einen Tag später klagte die WGA gesondert und verwies auf mögliche Nachteile für Autorinnen und Autoren.
Paramount weist die Vorwürfe zurück. Der Milliarden-Deal sei nötig, um mit Streaming-Riesen wie Netflix und Amazon Prime konkurrieren zu können, und das Unternehmen wolle seine Produktion auf 30 Filme pro Jahr ausbauen. Ein Konzernsprecher erklärte, die Transaktion sei „rechtmäßig, wettbewerbsfördernd und wirft keine kartellrechtlichen Bedenken auf“. In einem Gastbeitrag für die „New York Times“ nannte Ellison die Klage politisch motiviert – im Kern gehe es um die Frage, ob ihm der Nachrichtensender CNN anvertraut werden könne. Er beteuerte, er strebe nicht danach, Redaktionen auf seine Ansichten auszurichten: „Ich glaube, dass Nachrichten auf Fakten und Wahrheit beruhen sollten.“
Bereits genehmigt – und dennoch umkämpft
Die zuständigen Wettbewerbsbehörden in Washington und in Europa hatten dem Zusammenschluss bereits zugestimmt. Für einen deutschen Leser ist die Auseinandersetzung deshalb aufschlussreich: Sie zeigt, dass eine behördliche Freigabe in den USA nicht das letzte Wort ist, solange Bundesstaaten und Interessengruppen vor Gericht ziehen können. Kritiker fürchten neben dem Verlust von Arbeitsplätzen vor allem eine Konzentration von Medienmacht in den Händen der Familie Ellison. Hinter Paramount steht der Software-Milliardär Larry Ellison, der als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt.
Beide Seiten haben prominente Juristen aufgeboten: Paramount setzt auf Beth Wilkinson, die zuvor Microsofts Übernahme von Activision Blizzard erfolgreich gegen die FTC verteidigte. Die Bundesstaaten holten unter anderem James Weingarten von der Kanzlei Milbank an Bord, der als FTC-Chefankläger im gescheiterten Versuch, jenen Microsoft-Deal zu stoppen, auftrat.
Sollte eine solche Medienfusion trotz behördlicher Freigabe noch vor Gericht gestoppt werden können – oder überwiegen die Wettbewerbsvorteile? Teilen Sie Ihre Sicht in den Kommentaren.






























