„Lieber Didier, zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keine Ahnung, ob unser wunderschönes Zuhause diese schreckliche Zeit übersteht.“ Mit diesen Worten wandte sich George Clooney in einem Brief an Didier Brémond, den Bürgermeister von Brignoles in Südfrankreich, nachdem der Schauspieler und seine Frau Amal ihr dortiges Anwesen wegen der Waldbrände verlassen mussten. Das Ehepaar lebt mit seinen neunjährigen Zwillingen Alexander und Ella in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur – einem der Gebiete, in denen die Feuer aktuell wüten. Ein Sprecher des Schauspielers bestätigte dem US-Magazin „People“ die Evakuierung der Familie.
- Die Clooneys verließen ihr Anwesen Domaine du Canadel nahe Brignoles wegen der Waldbrände.
- In einem Brief an den Bürgermeister versprach das Paar, beim Wiederaufbau der Gemeinschaft zu helfen.
- In Frankreich wurden laut Berichten in den vergangenen zwei Wochen rund 325.000 Menschen evakuiert.
Statt über den möglichen Verlust seines Hauses zu klagen, richtete Clooney seine Botschaft an die Menschen im Ort. „Während wir Brignoles verlassen, möchten wir zwei Dinge betonen: Erstens hoffen wir, dass es euch und den Menschen unserer Stadt gut geht. Und zweitens versichern Amal und ich euch, dass wir – egal, was mit unserem Dorf geschieht – Teil dieser Gemeinschaft sind und dazu beitragen werden, sie wieder aufzubauen.“ Der Brief endet mit dem Satz: „Wir lieben Brignoles und unsere Freunde, die dort leben.“
Ihr Anwesen namens Domaine du Canadel auf einem Hügel war laut Deadline nicht Teil der offiziellen Evakuierungsanordnung – das Paar verließ es vorsorglich.
Ein Feuer bei Brignoles zwang Hunderte Anwohner zur Flucht
Der Brand in Brignoles, im Département Var gelegen, wütete zwischen Mittwoch und Donnerstag. Nach Angaben von „Le Figaro“ mussten rund 600 Anwohner ihre Häuser verlassen, vier Feuerwehrleute wurden verletzt. Zur Bekämpfung des Feuers waren mehrere Hundert Einsatzkräfte sowie Löschflugzeuge und Wasserwerfer-Hubschrauber im Einsatz. Der Brand konnte unter Kontrolle gebracht werden, die evakuierten Bewohner durften zurückkehren. Am Donnerstagmorgen arbeiteten die Einsatzkräfte weiter daran, die Randbereiche zu sichern und Glutnester zu löschen, bevor Temperaturen und südliche Winde im Tagesverlauf zunehmen sollten.
Ausgelöst wurden die Feuer nach Darstellung von Deadline durch ein ungewöhnlich feuchtes Frühjahr, in dem die Vegetation üppig wuchs, gefolgt von mehreren Hitzewellen mit Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Dem Feuer in Brignoles war ein größerer Brand im nahen Portevès vorausgegangen, der 2700 Hektar verwüstete und 25 Häuser zerstörte.
Südeuropa kämpft an mehreren Fronten gegen die Flammen
Die Lage in Frankreich bleibt angespannt. Am stärksten betroffen ist die Region Gironde im Südwesten, wo laut den Berichten rund 220.000 Menschen zur Evakuierung aufgefordert wurden und etwa 42.000 Hektar verbrannten. In der Provence-Alpes-Côte d’Azur mussten etwa 3000 Menschen ihre Häuser verlassen. Auch die bei französischen Stars beliebte Halbinsel Cap Ferret wurde vollständig evakuiert; der Schauspieler und Regisseur Guillaume Canet, der dort ein Haus besitzt, würdigte in einer bewegenden Botschaft die Feuerwehrleute und zeigte sich solidarisch mit den Betroffenen.
Über die Grenzen hinaus kämpfen weitere Länder gegen die Flammen: In Spanien waren nach Angaben von CNN mindestens 63.152 Menschen betroffen, in Griechenland kamen zwei Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten ums Leben, und auch Italien ist betroffen.
Frankreich statt Hollywood – eine Entscheidung für die Kinder
Das Ehepaar hatte den Bauernhof bei Brignoles im Jahr 2021 gekauft und ihn zum Hauptwohnsitz gemacht. Warum die Wahl auf die Provence fiel, erklärte Clooney im Oktober 2025 im Interview mit dem Magazin „Esquire“. „Ich hatte Angst davor, unsere Kinder in Los Angeles großzuziehen, in dieser Hollywood-Kultur“, sagte der Schauspieler. „In Frankreich ist Prominenz den Leuten irgendwie ziemlich egal.“ Er wolle nicht, dass seine Kinder sich Sorgen um Paparazzi machen oder mit den berühmten Kindern anderer verglichen würden.
Dass es ihn dabei aufs Land verschlug, sei nicht ohne Ironie: „Einen guten Teil meiner Kindheit habe ich auf einem Bauernhof verbracht, und als Kind habe ich die ganze Idee gehasst“, erzählte der Oscarpreisträger. Für seine Kinder sehe er es heute anders – sie hingen „nicht am iPad“, äßen mit Erwachsenen zu Abend und räumten anschließend selbst ihr Geschirr weg. „Sie haben ein viel besseres Leben.“ Das Ehepaar, das neben dem Anwesen in Frankreich auch eine Villa am Comer See und ein Anwesen in England besitzt, erhielt Ende Dezember 2025 die französische Staatsbürgerschaft – ein Schritt, der einige Kontroversen auslöste. Bürgermeister Brémond hingegen begrüßte die Familie in der Region: „Sie sind Freunde, keine ‚Celebrities‘.“
Kann prominenter Zuspruch wie der von George Clooney den betroffenen Gemeinden in Südfrankreich wirklich beim Wiederaufbau helfen? Teilen Sie Ihre Sicht in den Kommentaren.






























