Die Hitze- und Trockenheitswelle, die derzeit weite Teile Südeuropas mit Waldbränden überzieht, macht auch vor Deutschland nicht halt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldete für Donnerstag und Freitag bundesweit eine erhebliche Waldbrandgefahr, besonders in den südwestdeutschen Regionen ist das Risiko wegen der anhaltenden Trockenheit hoch. In den Chiemgauer Alpen brennt bei Unterwössen nahe der Lackenbergwand der Bergwald, die Behörden riefen dort den Katastrophenfall aus. Zugleich melden Frankreich, Spanien und Griechenland weiter zahlreiche Brände – vielerorts bei mehr als 40 Grad und starkem Wind.
- DWD warnt vor erheblicher Waldbrandgefahr in Deutschland, vor allem im Südwesten.
- Bei Bordeaux dürfen weitere 84.000 Menschen in ihre Häuser zurück.
- Spanien hebt nach Entspannung rund um Madrid den nationalen Notstand auf.
- Auf Kreta wütet ein Feuer außer Kontrolle, in Griechenland starben drei Feuerwehrleute.
In den Chiemgauer Alpen wird der Katastrophenfall ausgerufen
„Wir haben uns entschieden, dass wir gleich voll durchstarten“, sagte der Traunsteiner Landrat Andreas Danzer (Freie Wähler) bei einem Pressestatement nahe dem Brandort. Man brauche einen schnellen Zugriff und „schlagkräftige Hilfe“ bei der Brandbekämpfung. Eine Rolle spielten dabei auch die Erfahrungen aus dem tagelangen Waldbrand am Saurüsselkopf im Mai. Evakuierungen seien aktuell nicht nötig, sagte Danzer, die Vorbereitungen dafür liefen aber sicherheitshalber.
Auch in Südhessen war die Feuerwehr im Großeinsatz: Bei einem Brand westlich von Hainburg-Hainstadt wurden nach Schätzung der Polizei rund 2,5 Hektar Wald zerstört. Das Feuer breitete sich laut Polizeipräsidium Südosthessen zwischen der Alten Fasanerie Hanau und der Landesstraße 3416 aus.
Bei Bordeaux kehrt langsam Normalität ein
An der französischen Atlantikküste zeichnet sich eine leichte Besserung ab. Die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, erlaubte weiteren 84.000 Menschen aus neun vorsorglich evakuierten Orten die Rückkehr. Insgesamt hatten sich in der Region 224.000 Menschen in Sicherheit bringen müssen; am Dienstagabend konnten bereits 60.000 in drei Gemeinden zurück. Die gesperrte Autobahn A63 wurde wieder freigegeben.
Regenfälle sorgten am Morgen für Erleichterung. „Die Bedingungen mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent am Vormittag sind ideal“, sagte der regionale Feuerwehrkommandant Matthieu Jomain. Die Brandfläche liege weiterhin bei 42.000 Hektar, sechs neue Brandherde seien bekämpft worden. 230 Feuerwehrleute wurden bei dem Einsatz verletzt.
Die Bewohner wurden dennoch aufgefordert, ihre Mobiltelefone eingeschaltet zu lassen und für eine mögliche erneute Evakuierung bereit zu sein.
In anderen Landesteilen brachen neue Feuer aus – Medien sprachen von rund 40 aktiven Bränden. Bei Couchey nahe Dijon verbrannten 125 Hektar, im Département Var mussten nahe Brignoles 600 bis 700 Menschen fliehen, darunter laut US-Medien auch Hollywoodstar George Clooney mit seiner Familie. Auch im Wald von Fontainebleau südlich von Paris brannte es.
Spanien hebt den Notstand auf – und warnt zugleich
Ministerpräsident Pedro Sánchez hob nach der Entspannung rund um Madrid den nationalen Notstand auf, rief die Bevölkerung angesichts einer neuen Hitzewelle aber zu besonderer Vorsicht auf. Die Brände in der Sierra Oeste sowie in Ávila und Toledo, von denen rund 90.000 Menschen betroffen waren, sind weitgehend eingedämmt. Allein in Ávila wurden etwa 50.000 Hektar verwüstet – in etwa die Größe des Bodensees und der größte Brand Spaniens seit Beginn der amtlichen Erfassung 1968.
Im Nordwesten dagegen loderten neue Feuer: Im Nationalpark Arribes del Duero an der portugiesischen Grenze wurden in der Provinz Zamora zwölf Ortschaften und ein Campingplatz geräumt, rund 1.000 Menschen waren betroffen. In der Provinz León mussten nahe San Cipriano mehrere Hundert Bewohner ihre Häuser verlassen. Der Brand bei Vall d’Uixó nördlich von Valencia konnte eingegrenzt werden.
Auf Kreta bleibt das Feuer außer Kontrolle
In Griechenland kamen bislang drei Feuerwehrmänner ums Leben, zwei davon auf Kreta, wo ein großer Waldbrand weiter außer Kontrolle ist. Winde mit mehr als 125 Kilometern pro Stunde machen den Einsatz aus der Luft unmöglich. „Es stehen uns schwierige Tage bevor“, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Auch im Süden und Westen der Türkei kämpfen Einsatzkräfte gegen zahlreiche Brände.
Wie erleben Sie die Trockenheit in Ihrer Region – halten Sie die Waldbrandwarnungen für ausreichend beachtet? Teilen Sie Ihre Einschätzung in den Kommentaren.






























