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Infantino-Berater Cordeiro tritt aus Protest gegen WM-Plan zurück

Simon Krueger von Simon Krueger
31 Juli 2026
in Sport
Infantino-Berater Cordeiro tritt aus Protest gegen WM-Plan zurück
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Im Streit über die geplante Öffnung der Fußball-Weltmeisterschaft für Investoren hat Fifa-Präsident Gianni Infantino einen engen Vertrauten verloren: Carlos Cordeiro, hochrangiger Berater des Fußball-Weltverbands und früherer Präsident des US-Verbands, ist aus Protest gegen das Vorhaben zurückgetreten. Das berichteten die Nachrichtenagentur AP und der Sender Sky News unter Verweis auf eine Stellungnahme Cordeiros. Der frühere Investmentbanker vertrat die Fifa zuletzt in der Task Force des Weißen Hauses zur WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko und galt als einer der wichtigsten Ratgeber Infantinos.

  • Cordeiro trat aus Protest gegen den geplanten Verkauf von Beteiligungen an der WM zurück.
  • Er betonte, an den Plänen nicht beteiligt gewesen zu sein, und lehnt sie entschieden ab.
  • Mit Uefa, Concacaf und AFC haben sich mehrere Kontinentalverbände gegen das Vorhaben gestellt.

Ein früherer Goldman-Sachs-Banker stellt sich gegen den Deal

»Als leitender Berater des Fifa-Präsidenten, früherer Banker und lebenslanger Fußballfan kann ich nicht tatenlos zusehen, wie die Fifa den Verkauf einer Beteiligung an der Weltmeisterschaft in Erwägung zieht«, schrieb Cordeiro in seiner Mitteilung. Er stellte klar, an dem Vorschlag »in keiner Weise beteiligt« gewesen zu sein.

»Es ist ein schlechtes Geschäft für die Fifa-Mitgliedsverbände, ein schlechtes Geschäft für den Fußball und ein schlechtes Geschäft für die langfristige Zukunft dieses Sports«, schrieb Cordeiro.

Dass ausgerechnet Cordeiro so deutlich abwinkt, wiegt schwer: Er war Partner der Investmentbank Goldman Sachs, bevor er zwischen Februar 2018 und März 2020 den US-Fußballverband führte. 2021 holte ihn die Fifa als Senior Advisor für globale Strategie und Governance, später stieg er zum Senior Advisor Infantinos auf. Für die WM 2026 berief ihn US-Präsident Donald Trump zusätzlich in die Taskforce des Weißen Hauses. Ein Mann also, dem große Erfahrung mit Investitionsgeschäften nachgesagt wird – und der den Plan dennoch als Fehler bezeichnet.

Warum die Investorenpläne den Fußball spalten

Infantino hatte angekündigt, die Fifa wolle mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte – etwa an der WM – eine Milliardensumme einspielen. Solche Rechte gelten als die zentrale Einnahmequelle des Verbands; sie an externe Geldgeber abzutreten, würde bedeuten, dass ein Teil künftiger Erlöse an Investoren fließt statt an die Mitgliedsverbände. Genau das macht das Vorhaben für viele Nationen zum Streitpunkt.

Der Widerstand ist beträchtlich. Die europäische Fußball-Union Uefa drohte für den Fall, dass die Fifa das Vorhaben weiterverfolgt, mit einem Boykott aller Fifa-Wettbewerbe. Auch die Kontinentalverbände Concacaf (Nord- und Mittelamerika) und AFC (Asien) haben sich gegen die Pläne gestellt.

Ohne die großen Verbände fehlt Infantino die Mehrheit

Für den Fifa-Chef bedeutet das ein grundlegendes Problem in der Abstimmungsarithmetik. Um das Vorhaben umzusetzen, benötigt Infantino den Angaben zufolge 106 der 2011 Mitgliederstimmen. Ohne die drei ablehnenden Kontinentalverbände ist diese Schwelle rechnerisch nicht mehr zu erreichen – der Plan hätte innerhalb der Fifa damit kaum noch eine Aussicht auf Erfolg.

Berichten zufolge hatte der Weltverband eine Frist bis zum 19. September gesetzt, bis zu der die Verbände dem geplanten Investorendeal zustimmen sollten, und im Gegenzug eine Sonderzahlung in Aussicht gestellt. Nach der Absage weiterer Kontinentalverbände und dem Rückzug Cordeiros gerät Infantino nun doppelt unter Druck: Er verliert nicht nur Stimmen, sondern auch einen der Fachleute, der das Geschäft aus finanzieller Sicht hätte verteidigen können.

Sollte die Fifa Teile der WM-Rechte an Investoren verkaufen dürfen – oder gehört der Fußball ausschließlich seinen Verbänden und Fans? Teilen Sie Ihre Sicht in den Kommentaren.

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