Achtung, Spoiler zur sechsten Folge der dritten Staffel von „House of the Dragon“. Für die vielen Fans des „Game of Thrones“-Universums im deutschsprachigen Raum bringt die neue Episode einen der schmerzhaftesten Abschiede der bisherigen Serie: Ser Criston Cole, gespielt von Fabien Frankel, wird bereits in den ersten rund zehn Minuten der Folge getötet. Der wohl polarisierendste Ritter von Westeros stirbt auf einem Schlachtfeld, das in George R. R. Martins Romanvorlage „Fire & Blood“ als „Butcher’s Ball“ bezeichnet wird – und schließt sich damit der langen Reihe der Opfer eines Familienstreits an, der zum Bürgerkrieg wurde.
- Ser Criston Cole (Fabien Frankel) stirbt in Staffel drei, Folge sechs von „House of the Dragon“.
- Er fällt im Kampf, den die Buchvorlage „Fire & Blood“ als „Butcher’s Ball“ bezeichnet.
- Ein verborgener Bogenschütze tötet ihn, nachdem seine Gegner ein Duell verweigert haben.
Ein aussichtsloser Kampf, den Cole von Anfang an durchschaut
Auf dem Feld sieht sich Cole mit seiner kleinen Gruppe treuer Hightower-Soldaten einer weit größeren Armee aus Nordmännern und Flusslanden gegenüber, die alle Königin Rhaenyra ergeben sind. Cole erkennt sofort, dass er verloren ist. Um seine Männer zu schonen, bietet er an, die Hightower-Banner einzuholen. Als das nichts bringt, fordert er Lord Oscar Tully (Archie Barnes) und Ser Roderick Dustin (Tommy Flanagan) zu einem Zweikampf – zwei gegen einen. Doch bevor er sein Schwert überhaupt heben kann, streckt ihn ein verborgener Bogenschütze nieder: zweimal durch den Rumpf, einmal durch den Kopf. In seiner Hand hält er dabei ein Taschentuch von Alicent.
Es ist ein alles andere als ruhmreiches Ende für einen Mann, der sich einen glorreichen Tod erhofft hatte.
Noch früher in der dritten Staffel hatte Cole gegenüber Ser Gwayne Hightower (Freddie Fox) erklärt, er wolle „klaren Blickes, ungebeugt, glorreich in der Schlacht“ sterben – und nicht im Dienst anderer, sondern endlich in seinem eigenen. Stattdessen fällt er jämmerlich, das Taschentuch der Königin umklammernd.
Vom Emporkömmling zum tragischen Nihilisten
Cole war eine der ambivalentesten Figuren der Serie: ein Mann niederer Geburt, der zum Ritter aufstieg, weil er zur richtigen Zeit am richtigen Ort war, und der später von Rhaenyra zu Alicent überlief. Bei einem Teil der Fangemeinde stieß er mit seinem selbstgerechten, scheinheiligen Auftreten auf Ablehnung – eine Rolle, die die Serie ihm nach Einschätzung von Beobachtern bewusst zuwies, ähnlich der eines klassischen Bösewichts, den das Publikum hassen soll.
Zur tragischen Wendung wurde für Cole die Schlacht von Rook’s Rest in der zweiten Staffel. Die Begegnung mit einem feuerspeienden Drachen, der Menschen und Gebäude im Augenblick zu Asche verwandeln kann, veränderte sein Denken grundlegend. Seither begreift er sich als machtlose Figur in einem Krieg der Drachen – ein Nihilismus, der die dritte Staffel zu einem regelrechten Todesmarsch für ihn werden lässt.
Warum dieser Tod für die Serie mehr bedeutet
„House of the Dragon“ ist die Vorgeschichte zu „Game of Thrones“ und schildert den blutigen Erbfolgekrieg innerhalb der Targaryen-Dynastie, bekannt als der „Tanz der Drachen“. Ausgelöst wird er durch den Streit zwischen Rhaenyra Targaryen (Emma D’Arcy) und Aegon II. (Tom Glynn-Carney) um den Eisernen Thron. Dass in einer solchen Erzählung zentrale Figuren sterben, gehört zum Wesen des Stoffes – dennoch trifft der Abgang Coles die Serie an einer empfindlichen Stelle.
Für die Handlung heißt das: Mit Cole verliert die Seite der Hightowers eine ihrer prägendsten Figuren, und die Serie verabschiedet einen Charakter, der wie kaum ein anderer verkörperte, wie schmutzig und brutal dieser Machtkampf ist. Wie sich das Kräfteverhältnis in den kommenden Folgen verschiebt, dürfte sich erst zeigen.
War Criston Coles Ende ein würdiger Abschluss seines Weges – oder hätte die Serie einem ihrer vielschichtigsten Charaktere mehr Raum geben sollen? Schreiben Sie uns Ihre Sicht in die Kommentare.






























