Mit klaren Worten hat sich der Oscar-Preisträger und Musiker Jared Leto gegen neue Vorwürfe sexueller Gewalt gewehrt. „Ich habe nie in meinem Leben sexuelle Gewalt gegen irgendjemanden ausgeübt“, erklärte der 54-Jährige in einer über sein Team verbreiteten schriftlichen Stellungnahme. „Diese Anschuldigungen sind absolut und kategorisch falsch.“ Anlass ist die am Mittwoch veröffentlichte BBC-Dokumentation „Jared Leto: Hollywood’s Dark Secret“, in der insgesamt zehn Frauen schwere Vorwürfe gegen den Schauspieler und Sänger der Band Thirty Seconds to Mars erheben. Die geschilderten Begegnungen sollen sich zwischen 2002 und 2016 zugetragen haben.
- Zehn Frauen erheben in einer BBC-Dokumentation Vorwürfe gegen Jared Leto.
- Vier von ihnen werfen dem 54-Jährigen strafbare sexuelle Handlungen vor.
- Leto bestreitet sämtliche Anschuldigungen als „kategorisch falsch“.
Vier der zehn Frauen werfen Leto Handlungen vor, die nach den Angaben der BBC in den USA oder in Großbritannien strafbar gewesen sein könnten.
Vier Frauen berichten von strafbaren Handlungen
Eine der Frauen gibt an, im Alter von 17 Jahren in einem Motel-Badezimmer von Leto sexuell missbraucht worden zu sein. Eine zweite schildert, sie habe als 17-Jährige in Kalifornien Sex mit dem Schauspieler gehabt – ein Akt, der in dem US-Bundesstaat als Vergewaltigung einer Minderjährigen eingestuft würde. Eine dritte Frau sagt aus, Leto habe ihr sexuelle Gewalt angedroht, als sie 19 Jahre alt war und unerwartet mit ihm allein in einem Hotelzimmer zurückgeblieben sei. Eine vierte berichtet von wiederholten, sexuell expliziten Telefonanrufen, als sie 16 war; mindestens einmal habe Leto vorgeschlagen, dass sie Sex haben.
Vier weitere Frauen geben an, am Telefon sexuell belästigt worden zu sein. Nach Darstellung der BBC war Leto zum Zeitpunkt der möglicherweise strafbaren Handlungen in seinen Dreißigern und Vierzigern. Neun der zehn Frauen treten mit ihren Schilderungen erstmals an die Öffentlichkeit.
Die BBC spricht von bestätigten Aussagen und einer Schweigevereinbarung
Der Sender erklärt, mehrere der Aussagen mit Freunden und Angehörigen der Frauen abgeglichen zu haben, denen die betroffenen Frauen seinerzeit von den Begegnungen mit Leto erzählt hätten. In einigen Fällen hätten der Redaktion zudem Bilder und Nachrichten vorgelegen, die die Darstellungen stützten. Eine der Frauen berichtet, ihr sei eine Verschwiegenheitserklärung (NDA) zugesandt worden, um sie am Sprechen zu hindern; sie habe die Unterschrift verweigert. Die BBC gibt an, dieses Dokument gesehen zu haben.
Nicht die ersten Anschuldigungen gegen den Schauspieler
Für Leto ist es nicht das erste Mal, dass Frauen ihm sexuelles Fehlverhalten vorwerfen. Bereits 2025 waren entsprechende Vorwürfe aufgekommen, nachdem die DJ Allie Teilz in den sozialen Medien öffentlich gemacht hatte, sie sei mit 17 Jahren von dem Schauspieler angegriffen worden. Ihr Beitrag zog weitere Wortmeldungen nach sich und führte zu einer Recherche des US-Mediums Air Mail, in der neun Frauen dem Schauspieler unangemessenes Verhalten vorwarfen. Auch damals wies Letos Sprecher die Anschuldigungen zurück.
Für die Bewertung der Vorwürfe ist die rechtliche Einordnung zentral: In vielen US-Bundesstaaten wie Kalifornien gilt sexueller Kontakt mit Minderjährigen unabhängig von einer möglichen Zustimmung als „statutory rape“, also als strafbar. Bislang handelt es sich bei den in der Dokumentation erhobenen Vorwürfen um Aussagen der betroffenen Frauen; ein Gericht hat darüber nicht entschieden.
Leto zählt zu den bekanntesten Doppeltalenten Hollywoods. Für seine Rolle in „Dallas Buyers Club“ wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet, weitere Auftritte hatte er unter anderem in „Fight Club“, „Requiem for a Dream“ und als Joker in „Suicide Squad“. Als Frontmann von Thirty Seconds to Mars ist er zudem für Songs wie „The Kill“ und „This Is War“ bekannt.






























