Zum ersten Mal seit April hat sich die US-Moderatorin Savannah Guthrie, 54, wieder mit einem Video an die mutmaßlichen Entführer ihrer Mutter gewandt. Die 84-jährige Nancy Guthrie war in der Nacht zum 1. Februar aus ihrem Haus in der Nähe von Tucson im US-Bundesstaat Arizona verschwunden. In der auf Instagram veröffentlichten Botschaft richtete die Moderatorin der NBC-Sendung »Today« einen direkten Appell an jene, die etwas über den Verbleib ihrer Mutter wissen könnten: »Sagt uns, wo wir nach ihr suchen sollen.« Der Fall ist nach fast einem halben Jahr weiterhin ungelöst.
- Nancy Guthrie, 84, verschwand in der Nacht zum 1. Februar aus ihrem Haus bei Tucson, Arizona.
- Das FBI ermittelt wegen einer mutmaßlichen Entführung; die Familie hat eine Belohnung von einer Million US-Dollar ausgesetzt.
- Bislang gab es trotz tausender Hinweise keine Festnahmen.
Ein emotionaler Appell an die Entführer
»Es ist Monate her, seit unsere Mutter uns genommen wurde. Unsere Familie ist in Qual. Wir befinden uns in einem Albtraum, der nicht enden will«, sagte Guthrie in dem Video. Ihre Familie werde niemals aufhören, nach der Mutter zu suchen.
»Die Welt kann ein grausamer und gnadenloser Ort sein, und ich weiß, dass ihr versucht habt, das Richtige zu tun. Deshalb bitte ich euch, ich flehe euch an, jetzt das Richtige zu tun«, wandte sie sich offenbar an die Entführer.
Sie glaube fest daran, dass es nie zu spät sei, das Richtige zu tun, sagte Guthrie weiter: »Helft uns, sie zu finden. Sagt uns, wo wir nach ihr suchen sollen. … Ich glaube, es gibt immer einen Weg nach Hause.«
Wie sich der Fall bislang entwickelte
Nancy Guthrie erschien am ersten Februar-Wochenende nicht wie gewohnt zu ihrem sonntäglichen Gottesdienst. Das Sheriffbüro des Pima County stufte ihr Verschwinden nach dem Auffinden verdächtiger Spuren in ihrem Haus in Tucson als mutmaßliche Entführung ein. Anschließend schaltete sich das FBI in die Suche ein.
Aus den Aufnahmen einer zerstörten Türklingel-Kamera vom Typ Ring konnte das FBI Bilder wiederherstellen. Sie zeigen laut Ermittlern die einzige verdächtige Person im Fall: einen maskierten Mann von etwa 1,75 bis 1,78 Meter (5’9”–5’10”) Körpergröße mit durchschnittlicher Statur, der bewaffnet und mit einem Wanderrucksack in der Nacht des Verschwindens vor der Haustür stand. Nach der Veröffentlichung des Materials gingen beim FBI mehr als 13.000 Hinweise ein – Festnahmen gab es bislang keine.
Die ausgelobte Belohnung wurde mehrfach erhöht: von zunächst 100.000 auf 200.000 und schließlich am 24. Februar auf eine Million US-Dollar. Hinweise nimmt das FBI unter der Nummer 1-800-CALL-FBI entgegen; sie können auch anonym gegeben werden.
Warum die neue Botschaft besonderes Gewicht hat
Für die Öffentlichkeit ist der Fall auch deshalb präsent, weil Savannah Guthrie eine bekannte Fernsehmoderatorin ist und sich wiederholt öffentlich an die Entführer gerichtet hat. Bereits Ende Februar hatte sie erklärt, die Familie würde es akzeptieren, sollte ihre Mutter bereits verstorben sein – doch sie müssten wissen, wo sie sei.
Ende März sprach Guthrie in einem Interview bei NBC von möglichen Lösegeldforderungen. Einige davon seien gefälscht gewesen, so die Moderatorin, doch sie halte zwei Schreiben, auf die sie und ihre Geschwister reagiert hätten, für echt. Das FBI kam zu dem Schluss, dass ein Teil der Forderungen sicher nicht von den tatsächlichen Entführern stammt; weitere Fälle werden nach Behördenangaben noch geprüft.
Was noch offen ist
Im Juni berichtete NBC News, eines von zwei als glaubwürdig eingestuften Schreiben – versandt an das Portal TMZ und den Tucson-Sender KOLD-TV – weise darauf hin, dass die 84-Jährige gestorben sei. In ihrem aktuellen Video äußerte sich Savannah Guthrie nicht dazu, ob sie davon ausgeht, dass ihre Mutter noch lebt.
Damit bleibt die zentrale Frage offen: Der Verbleib von Nancy Guthrie ist trotz umfangreicher Ermittlungen, einer hohen Belohnung und tausender Hinweise weiterhin ungeklärt. Ob der erneute öffentliche Aufruf zu neuen Spuren führt, ist derzeit nicht abzusehen.






























